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Warum gibt es einen Weinberg im Garden of Pojega?
Beim Spaziergang zwischen dem Grünen Theater und dem Belvedere des Garden of Pojega begegnen Besucher heute einem Element, das wirkt, als hätte es schon immer zu dieser Landschaft gehört: einem kleinen, in Alberello-Erziehung angelegten Weinberg rund um einen großen Ahornbaum.
Seine 250 Rebstöcke sind nicht für die Weinproduktion bestimmt. Es handelt sich um einen Zierweinberg, der im Zuge der jüngsten Restaurierung des Gartens angelegt wurde und dennoch von einer sehr viel älteren Verbindung erzählt.
In Pojega ist die Rebe weit mehr als nur ein dekoratives Element. Sie ist Teil der Landschaft des Valpolicella, der Geschichte der Familie Rizzardi und einer Weinbaukultur, die heute durch die Arbeit des Weinguts Guerrieri Rizzardi fortgeführt wird.
Ein Weinberg innerhalb der Gartenmauern
Der Zierweinberg liegt auf der Ostseite des Garden of Pojega, in der Grünfläche zwischen dem Grünen Theater und dem Belvedere.
Er befindet sich innerhalb der Mauern des historischen Gartens, doch die ihn umgebende Landschaft reicht weit über diese Grenze hinaus. Pojega war schon immer von den Weinbergen des Weinguts Guerrieri Rizzardi umgeben, aus denen einige der charakteristischsten Weine des Hauses hervorgehen, darunter Valpolicella, Ripasso Pojega und Amarone Villa Rizzardi.
Die Mauern bewahren die Gestaltung des Gartens aus dem 18. Jahrhundert, ohne ihn von der landwirtschaftlich geprägten Landschaft zu trennen, die ihn umgibt. Der kleine Zierweinberg macht diese Kontinuität besonders anschaulich: auf der einen Seite die sorgfältig gestaltete Gartenlandschaft von Pojega, auf der anderen die bewirtschafteten Weinberge des Weinguts.
Zwei Landschaften mit unterschiedlichen Funktionen, verbunden jedoch durch dieselbe Familiengeschichte und dieselbe Sorgfalt im Umgang mit dem Land.
Eine Entdeckung im napoleonischen Kataster von 1812
Die Entscheidung, in diesem Teil des Gartens einen Weinberg anzulegen, geht auf Forschungen des Landschaftsarchitekten Giuseppe Rallo zurück, der für die botanische Restaurierung von Pojega verantwortlich war.
„Bei der Untersuchung der im napoleonischen Kataster von 1812 verzeichneten Grundstücke haben wir entdeckt, dass sich an dieser Stelle früher ein Nutzgarten befand. Das Areal hatte somit eine landwirtschaftliche und produktive Funktion, die sich ganz selbstverständlich in die umfassendere Landschaftsgestaltung des Gartens einfügte“, erklärt Rallo.
Aus dieser Entdeckung entstand die Idee, dem Bereich durch die Anlage eines Zierweinbergs wieder einen kultivierten Charakter zu verleihen. Dabei handelt es sich nicht um eine originalgetreue Rekonstruktion des historischen Nutzgartens, sondern um eine zeitgenössische Neuinterpretation, die sowohl an die landwirtschaftliche Bestimmung des Ortes als auch an die Weinlandschaft des Valpolicella erinnert.
Der Weinberg ist außerdem von rund 40 Kirschbäumen umgeben – einer weiteren Kulturpflanze, die bis vor wenigen Jahren eine bedeutende Rolle in der Landwirtschaft des Valpolicella spielte. Reben und Kirschbäume bilden so gemeinsam eine kleine ländliche Landschaft innerhalb des historischen Gartens und bewahren die Erinnerung an jene Kulturen, die dieses Gebiet geprägt haben.
Die Wahl einer PIWI-Rebsorte
Auch die für die 250 Rebstöcke ausgewählte Sorte spiegelt den Wunsch wider, Tradition, Forschung und Umweltbewusstsein miteinander zu verbinden.
Der Weinberg ist mit Divico bepflanzt, einer Rebsorte, die in der Schweiz vom Forschungsinstitut Agroscope entwickelt wurde und zur Gruppe der sogenannten PIWI-Sorten gehört. Diese Reben weisen eine natürliche Widerstandsfähigkeit gegen einige der wichtigsten Pilzkrankheiten auf, darunter Falscher Mehltau, Echter Mehltau und Botrytis. Dadurch lässt sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich reduzieren.
Im Kontext eines historischen Gartens, der täglich von Besuchern frequentiert wird und eine große Vielfalt botanischer Arten beherbergt, kommt dieser Entscheidung eine besondere Bedeutung zu.
„Die Wahl von Divico entspricht dem Charakter dieses Projekts: ein Weinberg, der nicht für die Produktion angelegt wurde, sondern die Geschichte der Rebe anhand einer Sorte erzählt, die Forschung, Widerstandsfähigkeit und Umweltbewusstsein miteinander verbindet. Es ist eine zeitgemäße Art, die Verbindung zwischen Pojega und der Weinbaugeschichte unserer Familie zum Ausdruck zu bringen“, erklärt Giuseppe Rizzardi, Nachfahre der Familie, der der Garten gehört, und Produktionsleiter bei Guerrieri Rizzardi.
Aus önologischer Sicht ist Divico eine spät reifende Rebsorte, aus der intensive, farb- und tanninreiche Weine entstehen können, mit Aromen, die an Pfeffer, dunkle Gewürze, Heidelbeere und Veilchen erinnern.
In Pojega hingegen erfüllt sie ausschließlich eine ornamentale Funktion. Die Trauben dieses kleinen Weinbergs werden nicht für die Herstellung der Weine von Guerrieri Rizzardi verwendet.
Hier wurde die Rebe nicht wegen dessen gepflanzt, was sie hervorbringen kann, sondern wegen der Geschichte, die sie erzählen kann.
Die traditionelle Alberello-Erziehung
Auch die Erziehungsform trägt zum Charakter dieses neuen Bereichs bei.
Die 250 jungen Rebstöcke werden in Alberello-Erziehung kultiviert, einer der ältesten Formen des Weinbaus. Jede Pflanze entwickelt sich als eigenständiges Element und schafft so ein geordnetes, rhythmisches und beinahe skulpturales Gesamtbild.
Die Pflanzabstände wurden unter Berücksichtigung der Fruchtbarkeit der Böden von Negrar sorgfältig geplant. Die Reben stehen mindestens eineinhalb Meter voneinander entfernt, sodass ihnen ausreichend Raum für eine harmonische Entwicklung bleibt.
Mit zunehmendem Wachstum werden sich die Reben immer stärker in die architektonische Sprache des Garden of Pojega einfügen.
Hier wurde die Vegetation seit jeher wie ein formbares Gestaltungselement behandelt: Hecken, Hainbuchen, Zypressen und Bäume bilden Alleen, grüne Räume, Sichtachsen und szenografische Kulissen. Auch die kleinen Reben in Alberello-Erziehung werden Teil dieser Komposition und bereichern sie um eine neue pflanzliche Struktur, ohne das Gleichgewicht des Gartens zu verändern.
Ein neues Element, das im Zuge der Restaurierung entstanden ist
Der Zierweinberg wurde im Rahmen der Restaurierungsmaßnahmen angelegt, die durch Mittel des italienischen Nationalen Aufbau- und Resilienzplans finanziert wurden.
Der aus den historischen Forschungen von Giuseppe Rallo hervorgegangene Vorschlag wurde so weiterentwickelt, dass sich die neue Bepflanzung harmonisch in die botanische und landschaftliche Struktur des Gartens einfügt. Agostino Rizzardi, Eigentümer des Garden of Pojega und des Weinguts Guerrieri Rizzardi, entwickelte gemeinsam mit seinem Bruder Giuseppe die Anordnung der Reben, um sie mit dem großen Ahornbaum, der Rasenfläche und den umliegenden Sichtachsen in Einklang zu bringen.
„Es handelt sich um einen in seinen Dimensionen überschaubaren Eingriff, der jedoch für die Geschichte, die er sichtbar macht, von großer Bedeutung ist. Einen historischen Garten zu restaurieren bedeutet nicht zwangsläufig, ihn in einer einzigen Epoche einzufrieren. Es bedeutet vielmehr, seine Identität zu verstehen, seine wesentlichen Merkmale zu bewahren und dem Ort zu ermöglichen, seine Beziehung zur umgebenden Landschaft weiterhin zum Ausdruck zu bringen“, erklärt Rizzardi.
Der Weinberg von Pojega erinnert an die frühere landwirtschaftliche Funktion dieses Bereichs, verweist auf die traditionellen Kulturen des Valpolicella und eröffnet zugleich eine zeitgenössische Perspektive auf das Thema Nachhaltigkeit im Weinbau.
Vor allem macht er die Verbindung zwischen dem Garden of Pojega, der Familie Rizzardi und Guerrieri Rizzardi sichtbar.
Innerhalb und außerhalb der Mauern: eine gemeinsame Weinlandschaft
Der Zierweinberg sollte nicht mit den produktiven Weinbergen des Weinguts verwechselt werden.
Seine Reben befinden sich innerhalb der Gartenmauern und erfüllen eine landschaftsgestalterische und erzählerische Funktion. Jenseits des historischen Perimeters erstrecken sich dagegen die von Guerrieri Rizzardi bewirtschafteten Weinberge, aus deren Trauben die Weine des Weinguts entstehen.
Aus dieser von Reben geprägten Landschaft stammen einige der renommiertesten Ausdrucksformen des Valpolicella Classica, darunter der Valpolicella Cuvée XVII, der Ripasso Pojega und der Amarone Villa Rizzardi von Guerrieri Rizzardi.
Der kleine Weinberg innerhalb der Mauern wird so zu einem Symbol. Er bringt selbst keinen Wein hervor, lenkt den Blick jedoch auf jene Weinberge, aus denen dieser entsteht. Er ist kein isoliertes Element, sondern eine ornamentale Interpretation der landwirtschaftlichen Landschaft, die Pojega seit Jahrhunderten umgibt.
Ein Besuch des Gartens bedeutet daher auch zu verstehen, dass die Schönheit dieses Ortes nicht an seinen Alleen endet. Sie setzt sich in den Weinbergen des Weinguts, in der landwirtschaftlichen Arbeit und in den Weinen fort, die den Charakter des Valpolicella zum Ausdruck bringen.
Vom Garten zu den Weinen des Weinguts
Nachdem man die in Alberello-Erziehung kultivierten Reben zwischen dem Grünen Theater und dem Belvedere bewundert hat, kann sich die Geschichte im Glas fortsetzen.
Eine geführte Verkostung bietet die Gelegenheit, die Weine von Guerrieri Rizzardi kennenzulernen, die aus den Weinbergen rund um den Garten entstehen, und die Verbindung zwischen Familie, Landschaft und Weinbau noch intensiver zu entdecken.
Besuchen Sie den Garden of Pojega und vervollständigen Sie Ihr Erlebnis mit einer geführten Verkostung der Weine des Weinguts: eine Reise vom Garten zum Weinberg, von der Landschaft ins Glas – zwei Ausdrucksformen derselben Geschichte.
Warum gibt es einen Weinberg im Garden of Pojega?
Der Zierweinberg wurde im Zuge der jüngsten Restaurierung des Garden of Pojega angelegt, um an die historische Verbindung zwischen dem Garten, der Familie Rizzardi und der Weinbaukultur des Valpolicella zu erinnern.
Wo befindet sich der Weinberg des Garden of Pojega?
Er liegt auf der Ostseite des Gartens, in der Grünfläche zwischen dem Grünen Theater und dem Belvedere, rund um einen großen Ahornbaum.
Welche Rebsorte wurde gepflanzt?
Gewählt wurde Divico, eine PIWI-Sorte mit natürlicher Widerstandsfähigkeit gegen einige der wichtigsten Pilzkrankheiten der Rebe. Dadurch eignet sie sich für eine Bewirtschaftung mit reduziertem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
Was ist ein PIWI-Weinberg?
Ein PIWI-Weinberg ist mit Rebsorten bepflanzt, die auf eine erhöhte natürliche Widerstandsfähigkeit gegen die wichtigsten Pilzkrankheiten wie Falschen und Echten Mehltau selektiert wurden. Der Begriff PIWI leitet sich vom deutschen Wort pilzwiderstandsfähig ab. Diese Sorten ermöglichen es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren, und stellen daher eine interessante Lösung für einen nachhaltigeren Weinbau dar. Im Garden of Pojega wurde die Sorte Divico gewählt.
Wird der Weinberg für die Produktion der Weine von Guerrieri Rizzardi genutzt?
Nein. Der Weinberg im Garden of Pojega hat ausschließlich eine ornamentale Funktion, und seine Trauben sind nicht für die Herstellung der Weine von Guerrieri Rizzardi bestimmt.
Kann man während eines Besuchs im Garden of Pojega die Weine von Guerrieri Rizzardi verkosten?
Der Besuch des Gartens kann mit einer Verkostung der Weine von Guerrieri Rizzardi kombiniert werden. So lässt sich auch die Weinbautradition der Familie und des Weinguts näher kennenlernen.